Der Blitz in Zahlen
Rund 60’000 bis 80’000 Blitze schlagen pro Jahr in der Schweiz ein
Rund 60’000 bis 80’000 Blitze schlagen pro Jahr in der Schweiz ein. Diese Hauptblitze werden oft von ein bis zwei Nebenblitzen begleitet, weshalb es zu rund 150'000 Blitzeinschlägen pro Jahr kommt.
Für Menschen und Tiere sind Blitze direkt oder indirekt gefährlich. Einerseits sind Blitze aufgrund der extrem hohen Temperatur von bis zu 30'000 Grad tödlich; andererseits sind sie aufgrund der Spannungsdifferenz – selbst bei grösserer Entfernung – lebensgefährlich. Viel häufiger verursachen Blitze jedoch Brände und Störungen.
MeteoSchweiz verfügt seit dem Jahr 2000 über flächendeckende Daten zu Blitzeinschlägen. Die Auswertung zeigt, dass im Mittelland pro Jahr und Quadratkilometer 1 bis 2.5 Blitzeinschläge registriert werden. In Grat- und Gipfellagen sind es über 3 Einschläge pro Jahr/km2. In den tiefen Lagen des südlichen Tessins ist die Häufigkeit mit über 3 Blitzeinschlägen pro Jahr/km2 am höchsten.
Ob es mit einem wärmeren Klima zu heftigeren Gewitter kommt, wird aktuell untersucht. Gemäss den Klimaszenarien 2018 erlauben die derzeit verfügbaren Klimaprognosen für die Schweiz keine belastbare Aussage.
Die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) geht davon aus, dass aufgrund des Klimawandels die durch Blitze verursachten Waldbrände in der Schweiz zunehmen und forscht auf diesem Gebiet.
Wirkungsvolle Massnahmen
Wirkungsvolle Massnahmen
Behörden und Institutionen empfehlen der Bevölkerung, sich präventiv vor Blitzen zu schützen. Einzelpersonen sowie Hauseigentümerinnen und –eigentümer können diverse Massnahmen ergreifen und damit sich selbst sowie ihr Hab und Gut vor Blitzeinschlägen schützen. Beispiele für Massnahmen sind:
Behörden und Institutionen empfehlen der Bevölkerung, sich präventiv vor Blitzen zu schützen
Biologische Massnahmen
- Vermeidung von Wurzelverdickung
- Glattrindige Baumkulturen pflanzen
- Vermeidung von kollektiven Ableitungseffekt (20-30 Bäume sterben gleichzeitig ab)
Organisatorische Massnahmen
- Beachtung der Gewitterlage
- Elektronische Geräte von der Stromversorgung trennen
- Aufenthalt in geschützten Räumlichkeiten
Raumplanerische Massnahmen
- Vorgaben von Gebäudehöhen & -anordnung
- Standortwahl mit Abschirmung durch Natur
- Exponierte Lagen meiden
Technische Massnahmen
- Gebäude mit Blitzschutzsystemen ausrüsten
- Elektronische Geräte mit Überspannungsschutz sichern
- Vermeidung von Leiterschleifen (Bsp. PV-Leitungen)
Kann der Blitz gesteuert werden?
In den Sendemast des Säntis schlägt pro Jahr rund 400 mal der Blitz ein. Er weist somit eine der höchsten Einschlagraten über der Schweiz auf. Es spricht also einiges dafür eine solche Studie auf dem Säntis durchzuführen. Dazu installierten die Forscher eine Laserkanone am Fusse des 124 m hohen Sendeturms. Der Laserstrahl wird dabei an der Turmspitze vorbei in die Gewitterwolke gerichtet. Entlang dieses Strahls werden die Eigenschaften der Luft durch den Laser so verändert, dass für die Blitze ein leitfähiger Kanal entsteht. Dieser führt dann am eigentlichen Blitzableiter des Säntis (Spitze des Sendeturms) vorbei und wird von diesem abgenommen und in den Boden geleitet. Gemäss den Studienautoren konnte beim ersten Blitzeinschlag während dem Lasereinsatz beobachtet werden, dass der Blitz dem Laserstrahl fast 60 Meter folgen konnte.
Kaskade Naturgefahren
Kaskade von Naturgefahren
Bisweilen kommt es bei Naturgefahren zu einer Verkettung von Ereignissen. Blitzeinschläge können für die folgende Naturgefahr eine Rolle spielen:
Waldbrand
Blitze können in Bäume einschlagen und insbesondere bei Trockenheit Waldbrände auslösen.
Weitere Informationen zu Gewitter und Blitz finden Sie unter