Rutschung und Felssturz

Rutschungen und Felsstürze sind Massenbewegungen. Als Massenbewegungen werden Prozesse bezeichnet, bei welchen sich Gesteinsmaterial (Fels- oder Lockergestein) im Wesentlichen durch die Schwerkraft und praktisch ohne Mithilfe eines Transportmediums (Schnee, Wasser, Wind, usw.) talwärts bewegt.


Steinschlag Schynige Platte
Rutschung Falli Hölli
Felssturz am Eiger

Wie entstehen Massenbewegungen?

Massenbewegungen können schnell und plötzlich auftreten (z. B. Steinschlag) oder als langsame, kontinuierliche Prozesse ablaufen (z. B. Tiefkriechen und kontinuierliche Rutschungen). Hinsichtlich Entstehung, Ablauf und Wirkungsweise sind Massenbewegungen äusserst verschiedenartig. Unterschieden werden im Wesentlichen die Bewegungstypen:

 

Voraussetzung für Massenbewegungen ist eine Instabilität von Hängen oder Hangteilen. Im Falle von Steinschlag kann es ein kleines Gesteinsfragment sein, das sich durch Verwitterung aus seinem Verband löst und talwärts stürzt. Im Falle von Rutschungen sind es mehr oder weniger ausgedehnte (einige m2 bis einige km2) und unterschiedlich mächtige Pakete (wenige dm bis einige 100m), die talwärts gleiten.

 

Entstehung und Ablauf

 

Entstehung und Ablauf von Massenbewegungen werden durch ein komplexes Gefüge verschiedener Faktoren beeinflusst. Geologische Strukturen (Verlauf von Schichtflächen, von Klüften usw.) Gesteinsbeschaffenheit, Hangneigung sind wesentliche Faktoren. Auch wenn definitionsgemäss kein Transportmittel im Spiel ist, so ist Wasser meist an der Auslösung und beim Ablauf des Prozesses beteiligt, kaum oder nur in geringem Ausmass bei Steinschlag, ganz ausgeprägt jedoch bei Hangmuren. 

 

In der Schweiz werden speziell folgende Prozesse als gefährlich betrachtet: 

  • Rutschungen
  • Hangmuren
  • Stein-, Blockschlag und Felssturz
  • Bergsturz

 

 

Von eher untergeordneter Bedeutung, jedoch im Zusammenhang mit Bauvorhaben oft sehr problematisch sind: 

Rutschung Feldweid

Schadenauswirkung und Schutz

In der Schweiz beläuft sich der flächenmässige Anteil instabiler Gebiete auf beachtliche 6 bis 8%. Diese Gebiete liegen hauptsächlich im voralpinen und alpinen Raum, finden sich aber auch im Jura und Mittelland. Massenbewegungen können Gebäude, Infrastrukturen und Kulturland beschädigen oder gar zerstören.

 

Auswirkungen von Massenbewegungen hoher Intensität können dem Menschen lebensgefährlich werden. Infolge dieser teilweise hohen Intensitäten stossen Schutzbauten oder Sicherungsmassnahmen oftmals auf technische Schwierigkeiten oder sind zu teuer. Deshalb gilt es, wie bei anderen Prozessen auch, den Gefahren möglichst auszuweichen. Nur dort wo die Gefahr nicht gemieden werden kann, müssen zum Teil auch aufwändige Massnahmen ergriffen werden.