Entstehung eines Murgangs

Murganggerinne Lungern

Auslösendes Ereignis kann ein langandauernder oder heftiger Niederschlag, Hagelschlag und/oder eine intensive Schneeschmelze sein. Der Murgang erfolgt schliesslich durch die Verflüssigung von Lockermaterial oder durch den Bruch einer Verklausung im Gerinne. Dieses wasserdurchtränkte Gemenge fliesst, meist in mehreren Schüben, mit rasanter Geschwindigkeit von 40 bis 60 km/h im Gerinne oder an alten Hangfurchen zu Tale. 

 

Ein Murgang tritt im Hochgebirgsraum und in den Voralpen dort auf, wo erosionsanfälliger geologischer Untergrund wie Flysch oder Bündner Schiefer usw., Lockermaterial liefert. Zusätzlich benötigt ein Murgang Wasser und genügend Gefälle (mindestens 25 bis 30%). Alle diese Voraussetzungen sind in vielen Wildbacheinzugsgebieten anzutreffen.

 
Übermurungen

Übermurungen sind Ablagerungen von Murgangmaterial ausserhalb des Gerinnes. Oft enthalten sie sehr grobe Komponenten. Im weiteren Sinne werden auch weitere Ablagerungen von Wildbachschutt durch fluviale Prozesse zu den Übermurungen gezählt.

 
Erosionsvermögen

Ein Murgang besitzt ein beträchtliches Erosionsvermögen, er vermag grosse Geschiebe- und Geröllmassen (Blöcke von mehreren m3 Volumen, Baumstämme, Autos usw.) umzulagern. Den Rändern entlang der Fliessbahn bauen sich wallartige Levées auf. Wird die Bodenreibung zu gross, kommt die Murgangmasse ruckartig zum Stillstand, was zur Bildung des Murkegels führt und in den typischen, unsortierten Ablagerungen, den Übermurungen mit Murköpfen und Murzungen resultiert.