Lawinen

Ein Lawinenabgang ist ein Vorgang, bei dem sich im Anrissgebiet losgelöster Schnee oder Eis plötzlich und schnell in einer Sturzbahn als gleitende Masse oder wirbelndes Schnee-Luftgemisch abwärts bewegt und in einem Ablagerungsgebiet zum Stillstand kommt.


Staublawine Grindelwald

Lawinen in der Schweiz

Für das Alpenland Schweiz stellen Lawinen seit jeher einen prominenten Naturgefahrenprozess dar: Zahlreiche Siedlungen in den Alpentälern, Tourismus- und Wintersporteinrichtungen sowie Wälder sind dem Risiko eines Lawinen- niederganges ausgesetzt. Mit den wichtigen Transitverkehrsachsen sind zudem Infrastrukturen von internationaler Bedeutung betroffen. In der Schweiz kamen während der letzten 20 Jahre durchschnittlich 22 Menschen pro Jahr in Lawinen ums Leben.

 

Als Folge der Lawinengefährdung wurde 1942 das Eidgenössische Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) gegründet: Das SLF analysiert die Lawinenereignisse mit dem Ziel, das Prozessverständnis für Lawinen- niedergänge zu verbessern. Weltweit einzigartige Dokumentationen der Wetter- und Schneeentwicklung sowie der Vergleich mit ausführlich dokumentierten vergangenen Ereignissen (wie z.B. jene in den Lawinenwintern 1951 und 1999) führen dazu, dass die Lawinensituation und künftige Lawinenereignisse besser beurteilt und im Sinne des integralen Risikomanagements besser bewältigt werden können.