Massnahmen Hochwasser: Objektschutz (1)

Eine dem Standort angepasste Bauweise bildet die elementare Voraussetzung für den Schutz von Bauten. Schwachstellen können teilweise nachträglich minimiert werden. Zum Beispiel durch die Montage dichter Türen und Fenster, die Installation von Rückstauklappen, das Erstellen von Schutzmauern, das Sichern von Heizöltanks gegen Aufschwimmen. Die Grenzen des Objektschutzes werden meist bei Wassertiefen von mehr als zwei Metern erreicht. Bei grösseren Tiefen bleibt die Gebäudehülle selten dicht. Die erforderlichen Massnahmen behindern zunehmend die tägliche Nutzung, und die Kosten steigen exponentiell an.

 

Beispiel Dammbalkensystem
Hochwasser-Schutzsystem aus leichten Aluminium-Dammbalken, die zwischen Aluminium-Stützen übereinander gestapelt werden. Die Balken füllen sich bei Pegelanstieg mit Wasser und erhöhen so die Stabilität der Wand. Die Alu-Balken und die Stützen sind komplett demontierbar.


Temporär installierbare Schutzwände kommen während des Hochwasser vom 8./9. August 2007 im Berner Matte-Quartier erfolgreich zum Einsatz. Bild: Schutzwände gegen Hochwasser im Mattequartier (Bern), Christian Schuler BAFU 08.08.2007

Erhöhter Kellerschacht und Vorrichtung für Schutzwand als Vorsichtsmassnahme gegen Überschwemmungen. Bild: Objektschutz in Guttannnen, Simone Hunziker PLANAT 17.08.2006

Die Brückenverschalung dient dazu, das Wasser und das mitgeführte Schwemmholz mit Druck unter der Brücke durchzuleiten, damit es nicht hängen bleibt, was zu einer Verklausung führen könnte. Bild: Brückenverschalung in Stansstad, Kanton NW 30.08.2005

Die Hochwasserschutzmauer mit Durchlass dient dazu, dass bei tieferen Wasserständen das Bachbett der Engelberger Aa zugänglich bleibt. Dies erlaubt die Ausführung von Unterhaltsarbeiten oder einen vereinfachten Zutritt für Badegäste. Bei Hochwassergefahr wird die Öffnung mit Dammbalken verschlossen, damit das Wasser nicht aus dem Bachbett treten kann. Bild: Hochwasserschutzmauer an der Engelberger Aa in Oberdorf, Kanton NW 26.08.2005

Bei Trockenwetter ist der Wasserspiegel in der Engelberger Aa tiefer als die Meteorwassereinleitung und die Klappe wird durch den Meteorwasserabfluss aus dem Siedlungsgebiet aufgedrückt. Bei Hochwasser steigt der Wasserspiegel der Engelberger Aa über die Höhe des Meteorwassereinlaufes. Die Klappe wird durch den Wasserdruck des Bachhochwassers der Engelberger Aa zugedrückt und verhindert, dass Bachwasser in die Kanalisation hineinfliesst. Bild: Rückstauklappe einer Meteorwasserleitung in die Engelberger Aa in Oberdorf, Kanton NW 26.08.2005

Mobile Abschrankung zur Verhinderung von Ausbrüchen des Baches aus dessen Gerinne (bei Tscherlach SG), BAFU 2015