Hochwasser
Als Hochwasser wird der Zustand in einem Gewässer bezeichnet, bei dem der Wasserstand oder der Abfluss einen bestimmten (Schwellen-)Wert erreicht oder überschritten hat.
Wie entsteht ein Hochwasser?
Das Zusammenspiel von Geländeform, Wassersättigung der Böden, Vegetation, mobilisierbarer Geschiebemenge, Schneeverteilung sowie technische Eingriffe an den Gewässern (z. B. Damm, Rückhaltebecken etc.) bestimmt die Bereitschaft für Hochwasser in einem Einzugsgebiet. Ereignisse wie extreme Niederschläge, die entweder sehr heftig sind oder lange andauern, können schliesslich ein Hochwasser auslösen. Ebenso kann starke Schneeschmelze zu einem Hochwasser beitragen.
Hochwasser wirken je nach Gerinnesystem unterschiedlich. In Wildbachsystemen dominieren intensive Feststoffumlagerungen und –ablagerungen. Hier kommt es überwiegend zu Übermurungen, Ufererosion und Übersarung. In Gewässern im Tal hingegen nehmen Überschwemmungen Überhand, aber auch Ufer- und Sohlenerosion können auftreten, was zu Unterspülungen führt. Ausserdem kann es zu Sohlenauflandungen kommen.
Angesichts der möglichen Auswirkungen wird die Hochwassergefahr in der Schweiz in der Praxis in folgende Kategorien gegliedert:
Schadenauswirkung und Schutz
Hochwasser bedeutet grosse Wassermassen und oft auch hohe Geschwindigkeiten. Durch seine Wucht kann es Menschen und Material mit sich reissen und Bauwerke zerstören. Ufer- und Tiefenerosion können Fundamente von Bauwerken untergraben. Das mitgeschleppte Geschiebe eines Hochwassers führt oft zu Beschädigungen an Kulturland und Bauten. In der Schweiz wird insbesondere seit Mitte des 19. Jahrhunderts sehr viel für den Hochwasserschutz getan. Heute hat das Sichern des Unterhalts von bestehenden Schutzbauten erste Priorität. Im weiteren soll das Schadenpotential durch raumplanerische Massnahmen vermindert werden, indem gefährdete Gebiete nicht überbaut und Freiräume für Gewässer erhalten oder geschaffen werden. Reichen diese Massnahmen nicht, werden zeitgemässe aktive Massnahmen (z. B. Gerinneausbau, Rückhaltemassnahmen oder Ab- und Umleitung von Hochwasserspitzen) ergriffen, welche das Gefahrenpotential senken.
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