Hochwasser Gürbe (1990)


Murgangablagerung im Wald auf dem Wildbachkegel der Gürbe nach dem Hochwasser von 1990. Bild: Hans Peter Willi, BAFU 2002.

Stahlbetonsperre im Oberlauf der Gürbe. Bild: Andreas Götz, PLANAT 2004.

Provisorische Holzsperre im Oberlauf der Gürbe nach dem Unwetter 1990. Bild: Andreas Götz, PLANAT 2004.


Den Bewohnern des Gürbetals ist seit je bekannt, dass die Gürbe eine unberechenbare Nachbarin ist: ihre Bemühungen, das Gerinne zu sichern, reichen mehr als ein Jahrhundert zurück. In den meteorologischen Annalen stellt das Gewitter am Abend des 29. Juli 1990 im Gantrischgebiet ein Rekordereignis dar: Innerhalb von vier Stunden entluden sich bis zu 500 mm Hagel und knapp 300 mm Regen über dem westlichen Gantrischgebiet. Die Wassermassen der Gürbe schwollen entsprechend ebenfalls auf Rekordhöhe an: Nachträglich wurden Abflusswerte zwischen 200–250 m3/s gemessen. In kürzester Zeit zerstörten die tosenden Fluten die Flussverbauungen, die errichtet worden waren, um die Gürbe zu bändigen. Ausserdem frass sich das Wasser tief ins Bachbett ein und senkte dadurch dessen Sohle um bis zu acht Meter. Im «Hohli», oberhalb von Wattenwil, verliess der Fluss sein Bett und ergoss sich in Richtung der Dörfer Mettlen, Wattenwil und Blumenstein. Er schwemmte dabei das Geschiebe mit sich, das er von der Bachsohle weggerissen hatte, und lagerte es auf Feldern, Strassen und zwischen den Häusern ab. Rutsche und Murgänge richteten auch in den höher gelegenen Wäldern und auf den Alpweiden Schäden an. Die Schadensumme betrug 40 Mio. Franken. Wasserbauliche Massnahmen und weitere Geländearbeiten wurden vorgenommen damit man für kommende Ereignisse weitgehend gewappnet sein wird.