Massnahmen Lawinen: Stützverbauungen


Der Stützverbau bildet neben dem Schutzwald als biologische Schutzmassnahme in der Schweiz den wichtigsten Schutz vor Lawinen. Häufig werden technische und biologische Schutzmassnahmen kombiniert. Heute stehen über 500 km permanente Stützwerke im Einsatz. Der temporäre Stützverbau in Kombination mit Wiederaufforstung umfasst rund 150 km. Den grossen Bewährungstest hat der moderne Stützverbau im Lawinenwinter 1999 bestanden – viele Schadenlawinen konnten dadurch verhindert werden. In der Schweiz sind die wichtigsten Stützverbauungen realisiert und die grosse Herausforderung der Zukunft liegt in der Erhaltung der bestehenden Bauten. Bild: Stützverbauungen Männlichen, BAFU Abteilung GeP 2008

Montage eines Stützwerks mit Hilfe eines Helikopters. Bild: Stützwerk Streiff, Stefan Margreth SLF 1999

Verankerung einer Lawinenschutzverbauung. Bild: Lawinenverbauung Vallascia, Stefan Margreth SLF 1999

Lawinenverbauungen stabilisieren den schneebedeckten Hang auf der linken Seite des Bildes. Auf der rechten Flanke wurden keine technischen Massnahmen getroffen. Man kann dort den klaren Abriss einer Schneedecke erkennen. Bild: Wirkung einer Lawinenverbauung Zermatt, Stefan Margreth SLF 2003

Stützverbauungen aus Eisenträgern haben eine relativ lange Lebensdauer. Sie werden in Arissgebieten von Lawinen gebaut mit dem Ziel die Schneedecke zu stabilisieren. Diese Gebiete sind steil und oft sehr schlecht zugänglich was den Bau von Lawinenverbauungen erschwert. Bild: Lawinenverbauungen im Berner Oberland (1), Andreas Götz PLANAT 2006

Je nach Gelände werden unterschiedliche technische Massnahmen gegen Lawinen errichtet. Stützverbauungen sollen die Schneedecke stabilisieren und so Lawinenabgänge verhindern. Bild: Lawinen- und Steinschlagverbauungen, Simone Hunziker PLANAT 2007

Ablenkvorrichtung und Anrissverhinderung von Lawinen beim Männlichen ob Wengen BE, BAFU 2015

Blick auf die Lawinenverbauungen und den Schutzwald beim Männlichen ob Wengen BE, BAFU 2015

Eisenkonstruktionen zum Schutz des Dorfes Wengen BE vor Lawinen, BAFU 2015


Lawinen-Stützverbauungen haben in der Schweiz eine lange Tradition. Erste Verbauungen wurden bereits im 19. Jahrhundert als gemauerte Terrassen erstellt. Die zurzeit am häufigsten verwendete Art von baulichen Lawinenschutzmassnahmen sind Schneebrücken aus Stahl oder flexible Schneenetze aus Drahtseilen. Mittlerweile sind in den Schweizer Alpen ca. 500 km Stützwerke eingebaut.

 

Funktion

Stützverbauungen kommen vorwiegend in Anrissgebieten von Lawinen zum Einsatz. Dort sollen sie das Abgleiten der Schneedecke verhindern oder zumindest dafür sorgen, dass nur kleinere Schneevolumen ins Rutschen kommen. Letzen Endes führen Stützverbauungen also dazu, dass sowohl Anrissvolumen als auch Wahrscheinlichkeit eines Rutsches verringert werden. Sie bieten so einen flächenhaften Schutz für darunterliegende Siedlungen.

 

Integraler Ansatz

Stützverbauungen sind relativ teuer. Die Sicherung einer Fläche von einer Hektare kostet durchschnittlich ca. eine Million Schweizer Franken. Führt man sich vor Augen, dass eine Schneebrücke im Frühling (wenn der Schnee nass und schwer ist) einer Belastung von bis zu 40 Tonnen standhalten muss und die entsprechenden Materialen per Helikopter herangeflogen werden müssen, ist dies nicht verwunderlich.

Aus Kostengründen, und natürlich auch aus Gründen der besseren Sicherung, werden Stützverbauungen deshalb häufig durch andere Lawinenschutzmassnahmen ergänzt. Sofern das Anrissgebiet unter der Baumgrenze liegt ist die gezielte Aufforstung ein wirksames Mittel. Die Pflege des Schutzwaldes kostet 5 bis 10 Mal weniger als dessen technische Alternative.