Entstehung eines Wintersturms

Waldschaden Reust

Ein Wintersturm kann entstehen, wenn die Druckgegensätze zwischen Äquator und Pol sehr stark sind. Dies ist im Herbst und Winter der Fall, wenn auch die Temperaturgegensätze besonders gross sind. An den Polen herrscht dann nur noch sehr geringe oder gar keine Sonneneinstrahlung mehr, welche die polare Kaltluft erwärmen könnte. In den gemässigten Breiten hingegen findet durch den Zustrom tropischer Warmluft immer noch eine Erwärmung der Luftmassen statt.

 

Das Sturmtief

Bei intensiven Kaltluftausbrüchen vom Pol in Richtung gemässigte Breiten und einem wellenförmigen Starkwindrand (Jet stream) kann ein stark ausgedehntes Tiefdruckgebiet entstehen, das bis 3000 km Durchmesser erreichen kann. Es wird als Sturmtief bezeichnet. Sein Kern weist einen äusserst geringen Luftdruck auf. Die Windgeschwindigkeit an seinem Rand ist sehr hoch; die maximale Windgeschwindigkeit eines Wintersturms kann bei über 200 km/h liegen. Die Geschwindigkeit wird durch die Gestalt der Erdoberfläche (Kanalisierungs- und Reibungseffekte) verändert. Dementsprechend sind die Windgeschwindigkeiten im Gebirge generell höher. Der Höhepunkt der Sturmintensität ist überschritten, wenn die sich schneller bewegende Kaltfront die Warmfront im Kern des Tiefs eingeholt hat (Okklusion).

 

Orkan Lothar vom 26. Dezember 1999

Vergleich mit tropischen Wirbelstürmen

Welche Schäden können entstehen?

Die Sogkraft eines Wintersturms kann einzelne Dachziegel oder gar ganze Dächer mit sich reissen. Für den Menschen, der sich im Freien befindet, sind herunterfallende Gegenstände (z. B. Äste oder Dachziegel) lebensgefährlich.

Die Böigkeit des Windes kann Objekte, wie beispielsweise Bäume, in Schwingungen versetzen. Bäume werden auf diese Weise entwurzelt oder knicken um. Wind vermag auch Boden zu erodieren. Dabei löst die Kraft des Windes die oberste Bodenschicht ab und trägt sie mit sich fort. Somit bleiben landwirtschaftlichen Kulturen wichtige Nährstoffe, die sich in dieser Bodenschicht befinden, vorenthalten.

 
Folgeerscheinungen von Winterstürmen

Besonders verheerende Auswirkungen können die Folgeerscheinungen von Winterstürmen zeigen. Durch eine Sturmflut, bei der Wasser vom Wind landeinwärts gedrückt wird, kann es zur Überflutung von Küsten kommen. Zudem können Starkniederschläge, welche die Winterstürme oft begleiten, zu Hochwasser führen oder die Gefahr von Hangrutschungen erhöhen. Ausserdem wird im Gebirge durch Windverfrachtung von Schneemassen die Lawinengefahr erhöht.