Steinschlag und Felssturz

Steinschlag (<100m3)

Steinschlag (auch Blockschlag) ist charakterisiert durch das plötzliche Abstürzen von isolierten Einzelkomponenten.

 

Felssturz (>100m3)

Beim Felssturz löst sich eine grössere Felsmasse „en bloc“ aus dem Gebirgsverband. Während des Sturzes oder beim Aufprall wird sie in Blöcke und Steine zerteilt. Dabei haben die Wechselwirkungen zwischen Blöcken und Steinen im Gegensatz zum Bergsturz keinen entscheidenden Einfluss auf den Prozess. 


Steinschlag Campocologno

Steinschlag und Felsstürze in der Schweiz

Natürliche Tau- und Gefrierprozesse fördern die physikalische Verwitterung des Gesteins in den Alpen. Dadurch, dass die Alpen ein geologisch junges Gebirge mit markanten hohen Berggipfeln und tief eingeschnittenen Tälern sind, stellen niederstürzende Gesteinsblöcke ein fast alltägliches Ereignis dar.

 

In der Vergangenheit wurden kleine Siedlungen und Infrastruktur oft so organisiert, dass bekannte Steinschlaggebiete gemieden werden konnten. In jüngerer Vergangenheit wurden die immer wertvolleren Gebäude und Infrastrukturen auch mit technischen Massnahmen vor Steinschlag geschützt (z.B. Steinschlaggalerien über wichtigen Verkehrswegen).

Steinschlag Schynige Platte

Bei beiden Arten von Massnahmen verbleibt das Problem, wo sich neu und unerwartet Steine aus dem Fels lösen. In der Schweiz befasst sich deshalb das Eidgenössische Forschungsinstitut für Wald,  Schnee und Landschaft (WSL) unter anderem intensiv mit der Erforschung von Stein- und Felsschlagprozessen sowie mit der Konzipierung von Schutzmassnahmen auf dem neuesten Stand der Technik.

 

Als Konsequenz der Temperaturzunahme im Gebirge sind zunehmend auch Gebiete von physikalischer Verwitterung (Tau- und Gefrierprozesse) betroffen, welche vorher nur selten Temperaturen über dem Gefrierpunkt ausgesetzt waren. Zudem exponiert die flächenmässige Abnahme von Permafrost und sich zurückziehende Gletscher in den Alpen zusätzliche Gebiete, die dann aufgrund des Fehlens einer stabilisierenden Wirkung des (Boden-)Eises ebenfalls zu potenziellen Quellen für die Bildung von Steinschlägen und Felsstürzen werden können. Die erhöhte Felssturzaktivität im Hitzesommer 2003 zeigte die Auswirkungen von schmelzenden Permafrostböden auf die Auslösung von Naturgefahrenprozessen. Der Eigerfelssturz vom Juli 2006 in Grindelwald ist auf den Rückzug des Grindelwaldgletschers zurückzuführen.