Konsequenzen des Klimawandels

Temperaturen

Als wohl direkteste Folge der Treibhausgasemissionen wird sich das Klima weiterhin erwärmen. Das Beratende Organ für Fragen der Klimaänderung (OcCC) und ProClim gehen in ihrem Bericht ‚Klimaänderung und die Schweiz 2050’ von häufigeren und heisseren Hitzeperioden im Sommer aus. Im Winter ist sowohl mit höheren Durchschnittstemperaturen als auch mit höheren Minimaltemperaturen zu rechnen. Als Folge davon verschiebt sich die Schneefallgrenze nach oben.

 

Niederschläge

Das aktuelle Fehlen von signifikanten Trends erschwert die Erstellung von Prognosen zur zukünftigen Entwicklung des Niederschlages in der Schweiz. Im bisher aktuellsten Bericht „Klimaänderungen und die Schweiz 2050“, wird von erhöhten Niederschlagsmengen und –intensitäten im Winter ausgegangen. Im Sommer wird weniger Regen erwartet. Unklar ist, ob dennoch auch im Sommer häufigere Starkniederschläge zu erwarten sind.

 

Was sind die Auswirkungen auf hiesige Naturgefahren?

Die Entwicklungen in den Messreihen aus der Vergangenheit und deren Wirkung auf Naturgefahren lassen folgende Schlüsse für das künftige Auftreten von Naturgefahren zu:

Geschlossene Fensterläden als Schutz gegen die Hitze

Hitzewellen

Die Trends für Extreme zeigen sich bei den Temperaturen am deutlichsten. Mit steigenden Sommertemperaturen werden in Zukunft auch die Temperaturen während Wärmeperioden zunehmen. Klimamodelle stützen zudem die Annahme, dass sich die Variabilität des Klimas in Zukunft weiter verstärken wird, womit auch extreme Hitzewellen, wie beispielsweise jene vom Sommer 2003, häufiger vorkommen können (OcCC/ProClim, 2007).

Schwundrisse in tonigem Boden

Trockenheit

Da sich die Niederschlagsmenge auf weniger Tage verteilt und weniger Wasserreserven in den Bergen (Gletscher, Schnee) beziehungsweise im Boden (Verdunstung) vorhanden sein werden, ist mit längeren und häufigeren Trockenperioden zu rechnen.

Waldschaden Reust

Stürme

OcCC und ProClim gehen in ihrem Bericht von weniger, dafür aber heftigeren Stürmen aus.

 

Überschwemmung in Sarnen

Hochwasser

Im Mittelland, dem Jura und den Voralpen könnten auf Grund der stärkerer Niederschlagsintensität häufiger Hochwasser auftreten. Zudem kann die winterliche Niederschlagszunahme in Form von Regen oder Schnee ebenfalls vermehrt zu Überschwemmungen führen.

Unglückslawine Valzur

Lawinen

Als Folge der zunehmenden Niederschläge im Winter ist künftig mehr Schnee oberhalb der Schneefallgrenze zu erwarten. Dadurch muss in Bergregionen mit verstärkter Lawinenaktivität gerechnet werden.

 

Rutschung Lutzenberg

Rutschungen und Felsstürze

Die Zunahme der Niederschlagsintensität lässt nicht nur Hochwasser wahrscheinlicher werden, sondern begünstigt auch durch Wasser stark beeinflusste Prozesse wie Hangrutschungen und Murgänge. Der Temperaturanstieg führt zudem zu einem Auftauen von Permafrost in den Böden und zu Gletscherschwund. Diese Vorgänge resultieren in einer zunehmenden Destabilisierung von Hängen und einem erhöhten Risiko für geologische Massenbewegungen wie Felsstürze und Steinschlag. Besonders betroffen sind geologische Regionen, in denen Flysch, Molasse, alpine Schiefer oder feinkörniger Gehängeschutt dominieren.