Hitzewelle August 2003

Vom 1. bis 14. August sorgte die extremste Hitzewelle der Schweiz seit Beginn der systematischen Messungen für Rekordtemperaturen. Im bündnerischen Misox auf der Alpensüdseite wurden 41.5 °C registriert.


Klassierung

Die Gefahrenstufen von Meteoschweiz zur Hitzewelle basieren auf dem Heat Index des amerikanischen Wetterdienstes (NOAA). Dieser wird aus der Kombination von Temperatur und Luftfeuchtigkeit berechnet.  Die  Klassierung erfolgt nach Höhe und Dauer des Index.

MeteoSchweiz gibt Warnungen auf den Stufen 3 und 4 heraus. Eine extremere Hitzewelle von grösserem Ausmass ist in unseren Breiten kaum wahrscheinlich.

 

Schwellenwerte der Warnstufen, MeteoSchweiz

> Verhalten bei Hitzewellen

 

Die Hitzewelle brachte während 12 Tagen Temperaturen zwischen 35°C und 38°C. Die untenstehende Abbildung zeigt, wie der Heat Index anfangs August (agosto) während mehreren Tagen über 90 kletterte. Die Gefahrenstufe 3 wurde in weiten Teilen der Schweiz erreicht.

 

Heat-Index Verlauf für Lugano während des Sommers 2013, MeteoSchweiz

Auswirkungen

Der gesamte Sommer 2003 war nach Einschätzung der Experten mit grosser Wahrscheinlichkeit der wärmste seit mindestens 500 Jahren. Die Hitzeperiode forderte auch in der Schweiz Todesopfer. Es gab 975 zusätzliche Todesfälle. Betroffen waren vor allem ältere Menschen.

Hart getroffen wurde auch die Fischfauna, die an sinkenden Wasserstände und hohen Wassertemperaturen litt. Durch die hohen Wassertemperaturen kam es im Rhein unterhalb des Bodensees zu einem Massensterben von über 50'000 Äschen. Am 12. August wurden bei Stein am Rhein in vier Metern Tiefe der Flussmitte 25,9 °C gemessen.

 


Quelle

BUWAL, BWG, MeteoSchweiz, 2004: Auswirkungendes Hitzesommers 2003 auf die Gewässer. Schriftenreihe Umwelt Nr. 369. Bern: Bundesamt fürUmwelt, Wald und Landschaft, 174 S.