2011 - heute


Juni 2019

 

Hitzewelle Juni 2019

 

Der Juni war 2019 besonders heiss. Mit einer Monatsmitteltemperatur bei 15,2 °C liegt er auf Platz 2 der heissestes Monats Juni seit Messbeginn. Alleiniger Rekordhalter bleibt der Juni aus dem Hitzesommer 2003 mit überragenden 17,3 °C. Die vom 25. Juni bis am 1. Juli anhaltende Hitze mit über 30 Grad führte zu einer der intensivsten siebentägigen Hitzeperioden seit Messbeginn vor über 100 Jahren.

 

Meteo Schweiz - Klimabulletin Juni 2019

 

 

 

Juni, Juli, August 2018

 

Hitzesommer und Trockenheit 2018

 

Der Sommer 2018 landet auf Platz 3 der heissesten Sommer der Schweiz seit Messbeginn 1864. Mit einer Durchschnittstemperatur von 15.3°C liegt er 2 Grad über der Norm von 1981-2010.

 

Nördlich der Alpen herrschte ab dem 30. Juli eine zehntägige Hitzewelle mit maximalen Temperaturen von 32 bis 34 Grad Celsius. Auf der Südseite der Alpen erstreckte sich die Hitzeperiode vom 22. Juli über 18 Tage mit einer mittleren Maximaltemperatur von 32.6°C. Dieser Wert liegt nur knapp unter jenem der intensivsten 18-tägigen Hitzeperiode vom Sommer 2003 mit 32.8 Grad.

 

Nach einem extrem regenarmen April und einem verbreitet regenarmen Mai brachte der Sommer eine weiter anhaltende Regenarmut. Im Mittel über die ganze Schweiz erreichte die Regensumme von Juni bis August nur 71 Prozent der Norm 1981?2010. Besonders in der Ostschweiz hat sich diese fünfmonatige Regenarmut gebietsweise zu einem Jahrhundert-Ereignis entwickelt. Von April bis August fehlte hier der Regen von zwei bis drei normalen Sommermonaten.

 

Meteo Schweiz Klimabulletin 2018

Meteo Schweiz Klimabulletin Sommer 2018

 

 

 

Januar 2018

 

Wintersturm Burglind und Sturmtief Evi

 

Der Wintersturm Burglind, der am 3./4. Januar 2018 über die Schweiz fegte, hat in allen Kantonen ausser dem Tessin zu Waldschäden geführt. Das darauf folgende Sturmtief Evi hat zudem weitere Schäden verursacht. Die zu Boden geworfene Menge Holz betrug insgesamt rund 1,3 Millionen Kubikmeter, was einem Viertel einer Jahresnutzung entspricht. Zum Vergleich, der Sturm Lothar 1999 hatte im Wald die zehnfache Zerstörung angerichtet.

 

In den meisten Kantonen hatte der Wintersturm Burglind nicht flächige Schäden zur Folge, sondern sogenannte Streuschäden: Er fällte viele Einzelbäume oder Gruppen von Bäumen. Am stärksten betroffen wurden die Wälder im Mittelland und am Jurasüdfuss: in den Kantonen Bern, Luzern, Solothurn, Zürich und Aargau. Zu grösseren Flächenschäden kam es insbesondere in den Kantonen Bern, Luzern und Solothurn.

 

Mitteilung BAFU

 

 

 

02. September 2017

 

Hochwasser im der Ostschweiz

 

Vor allem in der Ostschweiz regnet es seit 48 Stunden praktisch ununterbrochen. Die Folge: Hochwasser, kleinere Erdrutsche und Behinderungen auf Strasse und Schiene. Gemäss Mitteilung des Wetterdienstes SRF Meteo gab es allein in der Nacht auf Samstag am Alpstein und im St. Galler Rheintal bis zu siebzig Millimeter Regen. In Kriessern SG fiel innerhalb von nur zwölf Stunden 68 Millimeter Regen.

 

Auch im Kanton Appenzell Ausserrhoden haben die anhaltenden Niederschläge Appenzeller Vorder- und Mittelland zu Erdrutschen und überfluteten Kellern geführt.

 

Ereignisbericht Kanton Aargau

 

 

 

August 2017

 

Bergsturz in Bondo

 

Am 23. August 2017 um 09:30 Uhr sind mehr als drei Millionen Kubikmeter Fels vom Pizzo Cengalo auf den darunterliegenden Gletscher gestürzt. Der Bergsturz hat viel Eis in Sekundenschnelle abgetragen, pulverisiert und zum Teil geschmolzen. Zusammen mit Wasser aus der Umgebung hat das frei gewordene Wasser die abgestürzten Gesteinsmassen in Bewegung gesetzt und einen Murgang geformt. Diese Verkettung von Ereignissen wird weltweit sehr selten beobachtet.

 

Der Murgang floss durch die Val Bondasca, erreichte das Dorf Bondo und füllte das nach dem Bergsturz von 2011 errichtete Auffangbecken. Da zuvor ein Murgang-Überwachungssystem aufgebaut wurde, konnten rund hundert Personen rechtzeitig durch die Feuerwehr, Gemeindearbeiter und die Kantonspolizei Graubünden evakuiert werden. Insgesamt wurden zwölf Objekte (Ställe und Maiensässe) in der Val Bondasca sowie vier Objekte in Bondo vom Murgang erfasst und zerstört oder in Mitleidenschaft gezogen. In Bondo selber wurde niemand verletzt.

 

In der Val Bondasca befanden sich zum Zeitpunkt des Bergsturzes acht Personen auf einem Wanderweg. Sie werden seit dem Ereignis vermisst. Trotz intensiver Suchaktionen mit Helikoptern, Suchhunden und personellen Mitteln konnten die Vermissten bis heute nicht ausfindig gemacht werden.

 

Am Nachmittag des 25. August kam es zu einem weiteren Felsabbruch und erneuter Murenbewegung. Gerade zurückgekehrte Bewohner von Bondo wurden umgehend wieder evakuiert.

 

In der Nacht vom 31. August auf 1. September erreichte erneut eine grosse Mure die Bergeller Talsohle bei Bondo. Sie füllte das in den Tagen zuvor teilweise entleerte Auffangbecken, passierte die neue Kantonsstrasse und füllte das Bachbett der Maira.

 

Die Gesamtschadensumme beläuft sich auf schätzungsweise 41 Millionen CHF.

 

Amt für Wald- und Naturgefahren, Kanton Graubünden

Mediendienst Standeskanzlei Graubünden

Medienmitteilung Kantonspolizei Graubünden

 

 

 

 

05. März 2017

 

Erdrutsch Maderanertal

 

In der Nacht vom 05. auf den 06. März 2017 verschüttete ein Erdrutsch die Zufahrtsstrasse nach Bristen. Die Strasse war über längere Zeit nicht passierbar und das Dorf Bristen war während mehreren Wochen von der Aussenwelt abgeschnitten.

 

Artikel NZZ

Artikel Luzerner Zeitung

 

 

 

 

Dezember 2016

 

Waldbrände im Misox und Tessin

 

Auf der Alpensüdseite herrschte seit Mitte November grosse Trockenheit. Dies führte unteranderem dazu, dass im Misoxtal südlich des San-Bernardino-Passes am 27. Dezember ein Waldbrand ausbrach. Der Brandherd lag je rund 500 Meter von den Dörfern Mesocco und Soazza entfernt. Der Brand breitete sich in der darauffolgenden Nacht aufgrund der Windlage weiter aus. Die Brandfläche wuchs dadurch von 200 mal 600 Meter auf 600 mal 1200 Meter an. Am 28. Dezember brach im Calancatal, nördlich des Dorfes Braggio, ein weiterer Brand aus. Es brannte eine Fläche von rund 200 mal 300 Meter.

 

Ein starker Nordföhn mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 60 Kilometern pro Stunde erschwerte die Löscharbeiten. Die A 13 und die Hauptstrasse 13 mussten wegen Steinschlaggefahr gesperrt werden.

 

Artikel NZZ

Artikel Tagesanzeiger

 

 

 

 

 

Juni, Juli, August 2015

 

Hitzesommer

 

Der Sommer 2015 ist in der Schweiz nach 2003 der zweitwärmste Sommer, der je gemessen wurde. Er ist geprägt durch niedrige Pegelstände und geringe Abflussmengen in den Gewässern, starken Gletscherschmelze und eine rekordhohe Erwärmung von Permafrostböden. Hitze und Trockenheit haben Auswirkungen auf Gesundheit, Landwirtschaft, Wald, Biodiversität, Luftqualität und Stromproduktion. Wegen der Sommerhitze sind 2015 rund 800 Todesfälle mehr zu beklagen, als in einem normalen Jahr. Bei der Wasserversorgung ist die Lage 2015 weniger angespannt als 2003. Bis Mitte des 21. Jahrhunderts dürften Verhältnisse wie im Sommer 2015 zum Normalfall werden.

 

Publikation Hitzesommer 2015 (BAFU 2017)

 

 

 

 

November 2014

 

Hochwasser und Erdrutsche im Tessin

 

Eine Südstaulage mit mehreren intensiven Niederschlagsphasen hat im November 2014 zu Hochwasser an den Tessiner Seen geführt. Der Lago Maggiore und Lago di Lugano überschritten die Hochwassergrenze und traten über die Ufer.

 

> Hydrologischer Spezialbericht des Bundesamts für Umwelt BAFU vom 18. November 2014

 

 

In Curio (Malcantone) ist es am Abend des 5. Novembers zu einem Erdrutsch mit Todesopfern gekommen. Aufgrund der hohen Niederschlagsmengen rutschte eine Rutschmasse von rund 1000 Kubikmetern ab und zerstörte dabei ein Rustico. Am Sonntag 16. November kam es in Daresco-Soragno erneut zu einem Erdrutsch. Im Gegensatz zu Curio handelte es sich nicht um einen natürlich herbeigeführten Erdrutsch. Eine durch die starken Regenfälle instabil gewordene Mauer stürzte hangabwärts und riss zusätzlich Schlamm und Geröll von ca. 500 bis 1000 Kubikmetern Volumen mit sich. Diese brachten dann das gesamte Gebäude am Hang zum Einsturz. In beiden Fällen waren Gebäude ausserhalb der Gefahrenzone für Erdrutsche betroffen.

(Tagesanzeiger online, 6. / 16. November 2014)

 

 

 

 

Juli / August 2014

 

Hochwasser in der Schweiz

 

„Nach dem Hochwasser ist vor dem Hochwasser“. Selten hat sich diese – unter Naturgefahren-Fachleuten bekannte – Aussage so bewahrheitet wie im verregneten Sommer 2014: Kaum waren die Abflüsse und Wasserstände der Schweizer Gewässer einmal gesunken, setzten nächste Niederschläge ein, welche die Pegel wieder stark ansteigen liessen. Ein Überblick über die Hochwasserereignisse im Juli und August 2014 liefert der Spezialbericht des Bundesamts für Umwelt BAFU vom 16. September 2014.

 

> Bericht zu den Hochwasser Juli und August 2014

 

 

Im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung am Geographischen Institut der Universität Bern präsentierte das Mobiliar Lab für Naturrisiken am Donnerstag 13. November gewonnene Erkenntnisse zum Thema "Wie aussergewöhnlich waren die Hochwasser vom Juli 2014?". In Kurzreferaten analysierten Vetreter des Mobiliar Labs sowie von Kanton und Bund die Hochwasserereignisse 2014 aus ihrer Perspektive.

 

> "der Bund"-Artikel vom 15. November

 

 

 

 

 

Juni 2013

 

Gewitter am Eidgenössischen Turnfest 2013 in Biel

 

Das Eidgenössische Turnfest 2013, welches vom 13. bis 23. Juni in Biel stattfand, wurde von zwei heftigen Gewittern getroffen. Das erste Gewitter kündigte sich bereits vor dem Beginn der Eröffnungsgala an, worauf diese abgesagt und die mehreren tausend Besucher auf dem Festgelände evakuiert werden mussten. Der Sturm riss Zelte und Planen mit sich. Nach dem Wiederaufbau konnte das Fest aber weitergehen. Weniger Glück hatten die Turner eine Woche später. Am 20. Juni zog eine Superzelle über das Seeland. Windböen von über 100 km/h verwüsteten die Zeltstadt des Eidgenössischen Turnfestes in Ipsach bei Biel, entwurzelten Bäume, rissen Absperrgitter aus der Verankerung und wirbelten Tribünenelemente und Toilettenboxen durch die Luft. Insgesamt wurden 96 Personen verletzt. Sechs davon schwer.

 

> Bilder / Videos: Gewitter am Eidgenössischen Turnfest 2013 in Biel

 

 

 

 

2. Mai 2013

 

Unwetter im Kanton Schaffhausen

 

Die Abteilung für Gewässer des Tiefbauamtes des Kantons Schaffhausen publizierte im Herbst 2013 einen Film zur Ereignisanalyse des Unwetters vom 2. Mai 2013.

 

Neben eindrücklichen Aufnahmen des Gewitterabends werden Fakten über den Hergang und Ablauf des Unwetters, sowie Ursachen und Informationen zu den Schäden präsentiert. Zudem wird das Grossereignis mit den erarbeiteten Gefahrenkarten verglichen.

 

 

Abteilung Gewässer des Tiefbauamtes SH

Film von J. Schulthess in hoher Auflösung, ca. 30min

 

 

 

 

05. Juni 2012

 

Felssturz Gurtnellen

 

Zwischen den Urner Gemeinden Gurtnellen und Zgraggen ist am 5. Juni gegen 9 Uhr ein Felssturz auf das Bahntrassee der Gotthardstrecke niedergegangen. Dabei wurde ein Bauarbeiter unter den Geröllmassen begraben, zwei weitere wurden verletzt.  Im Bereich der Absturzstelle waren geologische Arbeiten zur Felssicherung im Gange, als sich  rund 200 Meter oberhalb der Bahnlinie auf einer Breite von etwa 60 Metern und einer Höhe von rund 80 Metern Felsmaterial im Umfang von 2000 bis 3000 Kubikmetern löste. Der Fels brach bei einer von aussen nicht erkennbaren Klüfte im tektonisierten, leicht vergneisten Aare-Granit im Berginnern. Die genaue Ursache des unerwarteten Absturzes ist momentan noch unklar. 

 

 

> Bilder / Videos: Felssturz Gurtnellen

 

 

 

 

14./15. Mai 2012

 

Felssturz Preonzo

 

In Preonzo im Kanton Tessin ist es in der Nacht vom 14. auf den 15. Mai 2012 zu einem Felssturz am Valegion  gekommen. Über 300'000 Kubikmeter Fels sind ins Tal gerutscht. Das Ereignis im Valle Leventina konnte aufgrund von Radarmessungen und kleinen Gerölllawinen frühzeitig vorausgesehen und entsprechende Sicherheitsmassnahmen getroffen werden. Insgesamt bis zu 800'000 Kubikmeter Gesteinsmasse waren in Bewegung gewesen. Die Tatsache, dass die Felsmassen in kleineren Portionen abrutschten, haben das Dorf zudem vor grösseren Sachschäden bewahrt. Auslöser für den Felssturz könnte u.a. der schneereiche Winter 11/12 und das regenintensive Frühjahr gewesen sein. 

 

 

 

10./ 11. Oktober 2011

 


Hochwasserereignis im Berner Oberland, in der Zentralschweiz und im Wallis


Am Alpennordhang sind vom Donnerstag 6. Oktober bis am Montag 10. Oktober flächig 70 bis über 120 mm Niederschlag gefallen. Ebenso bemerkenswert waren die Neuschneemengen (bis zu 50 cm), die am Samstag und in der Nacht auf Sonntag gefallen sind. Während die Schneefallgrenze am Samstag gemäss Informationen der MeteoSchweiz aufgrund der Kaltfront noch vorübergehend unter 1000 m.ü.M. lag, stieg sie am Montagvormittag infolge der feuchten Warmluft aus den subtropischen Breiten auf über 3000 m.ü.M. an. Das markante Tauwetter führte dazu, dass ein beträchtlicher Teil der zuvor gefallenen Schneemengen rasch schmolz und mit den erneuten Niederschlägen ab Sonntagnacht bis Montagmittag im Berner Oberland, in der Zentralschweiz und im Wallis zu Hochwasser führte.

 

> Bilder/ Videos: Hochwasserereignis vom 10./ 11. Oktober 2011

 

 

 

 

26. April 2011

 


Waldbrand Visp VS

 


Am 26. April 2011 verursachte ein Feuer in einem Karosseriebetrieb in Visp einen folgeschweren Waldbrand. Begünstigt durch die aussergewöhnliche Trockenheit im Frühling und den starken Wind breitete sich das Feuer rasch am Südhang des Rhonetals zwischen Visp und Eyholz aus. Laut Augenzeugen waren die Flammen bis zu 40 m hoch und die Rauchsäule weitherum sichtbar. Dank einem Grosseinsatz der Wehrdienste, bestehend aus insgesamt zehn Helikoptern und 350 Feuerwehrleuten, konnte der Waldbrand rasch unter Kontrolle gebracht werden, so dass keine Personen zu Schaden gekommen sind. Jedoch sind mehr als 100 ha Schutzwald zerstört worden. Damit ist flächenmässig mehr Schutzwald betroffen als beim Grossbrand in Leuk (VS) im Jahr 2003.

(Tagesanzeiger online, 27. April 2011)

 

> Bilder/ Videos: Waldbrand Visp (2011)

 

 

 

 

Januar - Mai 2011


Trockener Frühling 2011


Der Frühling 2011 war seit Messbeginn 1864 der trockenste. Bis Anfang Mai fiel in den meisten Regionen zum Teil deutlich weniger als die Hälfte des üblichen Niederschlages. Im Mittelland der Alpennordseite waren es 25 bis 40% des Normniederschlags. Das Niederschlagsdefizit von Januar bis April war im Wallis, Engadin und Teilen Nord- und Mittelbündens besonders ausgeprägt, es beträgt weniger als 20% des normalen Niederschlags. Ein Blick in die Niederschlagsaufzeichnungen seit Beginn der systematischen Messungen 1864 zeigt, dass das Jahr 2011 bis Anfang Mai vielerorts zu den 10 trockensten Jahren gehört hat. Im Oberengadin und Teilen der Zentralschweiz war es sogar der trockenste Jahresbeginn.

(MeteoSchweiz, 5. Mai 2011)  

 

> Bilder/ Videos: Trockener Frühling (2011)