Hochwasserereignis vom 10./11. Oktober 2011


<b>Gasterntal</b> - Hochwasser am 10./11 Oktober 2011. Bild: Hugo Raetzo, BAFU 15.10.2011.

<b> Mündung des Leitibachs in die Kander bei Gastere</b> - Hochwasser am 10./11 Oktober 2011. Bild: Hugo Raetzo, BAFU 15.10.2011.

<b>Unterbrochene Strasse, zerstört durch Seitenerosion in einem Prallhang im Schuttkegel des Stampbachs im Lötschental</b> - Hochwasser am 10./11 Oktober 2011. Bild: Hugo Raetzo, BAFU 15.10.2011.

<b>Seitenerosionschäden der Kander</b> - Hochwasser am 10./11 Oktober 2011. Bild: Hugo Raetzo, BAFU 15.10.2011.

<b>Hochwasserschäden nördlich des Mitholz-Tunnels</b> - Hochwasser am 10./11 Oktober 2011. Bild: Hugo Raetzo, BAFU 15.10.2011.

<b> Bachverlauf der Lonza um den Schwemmfächer des Milibachs, SW von Wiler im Lötschental</b> - Hochwasser am 10./11 Oktober 2011. Bild: Hugo Raetzo, BAFU 15.10.2011.

<b>Beschädigte Brücke bei Ried, Lötschental</b> - Hochwasser am 10./11 Oktober 2011. Bild: Hugo Raetzo, BAFU 15.10.2011.

<b>Reparaturen Strasse und Bachübergang, Milibach im Lötschental</b> - Hochwasser am 10./11 Oktober 2011. Bild: Hugo Raetzo, BAFU 15.10.2011.

<b>Murgangrinnen östlich von Balme mit beidseitigen Uferwällen, Üschenental</b> - Hochwasser am 10./11 Oktober 2011. Bild: Hugo Raetzo, BAFU 15.10.2011.

<b>Kandersteg/Mitholz</b> - Blick Richtung Kandersteg mit Geschiebeablagerungen der Kander. Bild: Jan Laubscher, 14.10.2011.


Im Berner Oberland, in der Zentralschweiz und im Wallis sind am Montag, 10. Oktober 2011 zahlreiche Flüsse über die Ufer getreten. An verschiedenen Messstationen des Bundesamtes für Umwelt wurden für den Oktober neue Höchstwerte registriert. Die Bilder der hohen Abflussmengen erinnern an das Hochwasser im August 2005. Mehrere Eisenbahnlinien und Strassen sind unterbrochen worden und weitere Schäden sind aufgetreten.

 

Feuchte Warmluft führt zu markantem Tauwetter

Am Alpennordhang sind vom Donnerstag 6. Oktober bis am Montag 10. Oktober flächig 70 bis über 120 mm Niederschlag gefallen. Ebenso bemerkenswert waren die Neuschneemengen (bis zu 50cm), die am Samstag und in der Nacht auf Sonntag gefallen sind.

Während die Schneefallgrenze am Samstag gemäss Informationen der MeteoSchweiz aufgrund der Kaltfront noch vorübergehend unter 1000 m ü.M. lag, stieg sie am Montagvormittag infolge der feuchten Warmluft aus den subtropischen Breiten auf über 3000 m ü.M. an. Das markante Tauwetter führte dazu, dass ein beträchtlicher Teil der zuvor gefallenen Schneemengen rasch schmolz und mit den erneuten Niederschlägen ab Sonntagnacht bis Montagmittag im Alpenraum zu Hochwasser führte. Die Abteilung Hydrologie des BAFU sprach für gewisse Gebiete eine Warnung der Gefahrenstufe 3 aus.

 

Hochwasser im Berner Oberland und in der Zentralschweiz

Die Pegel der Kander und Lütschine im Berner Oberland stiegen innerhalb von wenigen Stunden fast auf dasselbe Niveau an wie im August 2005. An der Kander bei Hondrich wurde am Montagmittag eine Abflussspitze von 265 m3/s gemessen (22. August 2005 273 m3/s), was einem über 100-jährlichen Ereignis (HQ100) entspricht. 

Andere Rekorde für den Oktober verzeichneten auch die Lütschine und der Allenbach. Dementsprechend sind auch der Thuner- und Brienzersee angestiegen, weshalb am Montagnachmittag der Entlastungsstollen in Thun in Betrieb genommen wurde. Dies führte zu einem Anstieg der Aare unterhalb von Thun.

 

Quelle: Hydrologischer Spezialbericht des Bundesamtes für Umwelt BAFU

 

Simulation des Hochwassers vom 10.10.2011 im Lötschental  

(Quelle: O. Rössler, Oeschger Zentrum für Klimaforschung, Hydrologie, Universität Bern) 

 

Beiträge Schweizer Fernsehen:

Hochwasser im Berner Oberland, Wallis und Innerschweiz (Schweiz Aktuell vom 10.10.2011)

Massive Schäden im Berner Oberland (Schweiz Aktuell vom 11.10.2011)

Murgang-Gefahr im Wallis (Einstein vom 13.10.2011)