Murgänge Brienz (2005)


Der Murgang, der im Sommer 2005 entlang des Trachtbaches hangabwärts floss, hat seine Anrissstelle im Ritziwald. Der Murgang löste sich in der Nacht vom 22. / 23. August aus und richtete grosse Sachschäden an. Bild: Murgang im Ritziwald, Brienz. Roger Müller, ETHZ 2005.

Ausfahrschiene der Brücke, die der Volumentvergrösserung des Wasserflusses dient. Bild: Verschiebbare Holzbrücke in Brienz (2). Andreas Götz, PLANAT 2006.

Im Sommer 2005 wurde Brienz von zwei Murgängen heimgesucht. Der eine bildete sich entlang des Glyssibaches und der andere entlang des Trachtbaches. Die Murgänge verursachten zahlreiche Sachschäden und forderten selbst Menschenleben. Bild: Murgang am Glyssibach, Brienz. Schweizer Luftwaffe 2005.

Ein weltweit einzigartiges Ausleitbauwerk in Kombination mit einem Schutzdamm. Bei einem grossen Murgang wird das transportierte Material grösstenteils im Ablagerungsraum deponiert. Ein kleiner Murgang sollte die Sperre aber passieren können, ohne das übliche Bachbett zu verlassen. Bild: Ausleitbauwerk im Glyssibach (1). Wanda Wicki PLANAT 2010.

Das Einzugsgebiet des Lammbachs. Das in grossen Mengen vorhandene lockere Material im Schuttkegel könnte  bei starken Niderschlägen mittransportiert werden. Bild: Lammbach Brienz (2). Wanda Wicki PLANAT 2010.

Diese alte Sperre wurde zusätzlich verstärkt. Bild: Sperre Lammbach Brienz. Wanda Wicki PLANAT 2010.


Trachtbach

 Am 23. August 2005 früh morgens ereignete sich ein Murgang im Trachtbach. Ursache dafür war eine Rutschung im Ritziwald (Bild 1). Im Dorf Brienz verklausten Brücken, woraus Übermurungen resultierten. Die Schadensbilanz aus dem Murgang Trachtbach sind 20 zerstörte oder stark beschädigte Häuser und 30 Mio. Franken Schäden. 

 
Massnahmen

 Im Einzugsgebiet des Trachtbachs wurden als Herzstück eines Schutzprojekts eine Dosiersperre errichtet. Im Dorf wurden zwei neue Brücken gebaut, wobei eine verschiebbar ist (Bild 2). Die Abflusskapazität des Gerinnes wurde erhöht und eine Furt wurde eingebaut.

 

Glyssibach

 23. August 2005. Vier Stunden nach dem Ereignis im Trachtbach ereignete sich ein Murgang im Glyssibach (Bild 3). Wiederum war ein Erdrutsch im Einzugsgebiet des Wildbachs mitverantwortlich für die Bereitstellung von grossen Mengen an Murgangmaterial. Etwa 70'000 m3 Schutt wurden beim Ereignis in besiedeltes Gebiet transportiert. Zwei Menschen kamen dabei ums Leben, 28 Häuser wurden ganz oder teilweise zerstört. 

 
Massnahmen

 Ein weltweit einzigartiges Ausgleichsbauwerk (Bild 4) in Kombination mit einem Damm wurde erstellt. Bei einem grossen Murgang wird das transportierte Material grösstenteils im Ablagerungsraum deponiert. Ein kleiner Murgang sollte die Sperre aber passieren können, ohne das übliche Bachbett zu verlassen. 

 

Lammbach

1896 ereignete sich der letzte grosse Murgang im Lammbach. Im August 2005 befanden sich im 300 bis 500 Meter breiten Graben des Lammbachs (Bild 5) sehr viel lockeres Material. Erstaunlicherweise kam es nach den drei Tagen mit ergiebigen Niederschlägen nicht zu einem grossen Murgang.

Das Gerinne des Lammbachs ist mit rund 100 jährigen Sperren (Bild 6) verbaut. Diese wurden in den Jahren 1896 bis 1912 aus Natursteinmauerwerk errichtet. Manche Sperren wurden nachträglich erhöht oder mittels Vorbetonierung und Rückverankerung instandgesetzt.

Im Mittelalter wurde im Einzugsgebiet des Lammbachs viel Holz gerodet und damit die Stabilität der Hänge beeinträchtigt. Parallel zu den baulichen Massnahmen laufen deswegenschon seit 100 Jahren Aufforstungen.

 

 

Beiträge Schweizer Fernsehen: 

Als die Schweiz den Atem anhielt: Das Jahrhundert-Hochwasser im Berner Oberland (DOK Serie vom 09.08.2011)

 

Murganggefahr am Lammbach (Einstein vom 17.06.2010)

 

Der Kampf gegen das nächste Hochwasser (Einstein vom 17.06.2010)

 

Brienz: vom Schaden zum Wiederaufbau (10vor10 vom 22.08.2006)