Hochwasser Wolfenschiessen (2005)


Das viele Wasser im Sommer 2005 verursachte sowohl Überschwemmungen in der Nähe von Seen und Flüsse, als auch Rutschungen und Murgänge an wasserdurchtränkten Hängen. Bild: Rutschung und Überschwemmung in Büren ob dem Bach, Schweizer Luftwaffe 23.08.2005

Beim Unwetter 2005 ist Seitenerosion in Gebirgs- und Talflüssen in einer Häufigkeit und einem Ausmass aufgetreten, wie sie in der Schweiz bisher noch nicht beobachtet worden war. Bei diesem Bild wird die grosse Rückgriffweite der Ufererosion gut sichtbar. Die Rückgriffweite wird in Metern gemessen. Bild: Ufererosion in Wolfenschiessen, Kanton NW 27.08.2005

Der südöstliche Teil der Gemeinde Wolfenschiessen erlebte Niederschläge mit rund 100-jährlicher Wiederkehrperiode. Die Bäche auf der rechten Talseite stiegen massiv an und das Zusammenwirken von Hang- und Gerinneprozessen bewirkte vor allem in Oberrickenbach extreme Prozesse mit grossen Murgängen. In diesem Bild sieht man eine Folge von einem der drei grössten Murgangereignisse im Haldibach in der Gemeinde Wolfenschiessen. Bild: Überflutung eines Badezimmers in Oberrickenbach, Kanton NW 31.08.2005

Es ereignete sich eine Verminderung der Abflusskapazität durch Geschiebeablagerungen und dadurch wurden Überflutungen an der Engelberger Aa verursacht. Ganze Siedlungsräume und Kulturland wurden überschwemmt. Auf dem Bild ist schwer zu erkennen, wo sich das Flussbett der überquellenden Engelberger Aa ursprünglich befand. Bild: Überschwemmte Fläche in Wolfenschiessen, Kanton NW 24.08.2005

Die Wildbäche verursachten Überschwemmungen mit Wasser und Geschiebe, Übersarungen und Übermurungen. Neben der Einwirkung durch Nässe verstärken die Strömung, das Geschiebe und Schwemmholz die Schadenwirkung. Bild: Geschiebeablagerung im Haldibach, Kanton NW 07.09.2005

Das Gebiet Schmidsboden war vor dem Unwetter 2005 nicht als Rutschgebiet bekannt. Trotzdem ereignete sich im Verlauf des 22. August 2005 eine Rutschung. Sie führte zu drei grossen Murgängen, welche unterwegs zusätzliches material erodierten. Dadurch nahm die Grösse und Geschwindigkeit von einem Murgang zum nächsten zu. Die Liegenschaft Schmidsboden trug grosse Schäden davon. Ein kleiner Stall wurde völlig zerstört, ein grosser Stall schwer beschädigt und das Wohnhaus wurde ebenfalls beschädigt. Ausserdem wurden Teile von Schutzwald und Kulturland zerstört. Bild: Zerstörung eines Stalls in Oberrickenbach, Kanton NW 31.08.2005

Die tiefgründige Grossrutschung Schmidsboden weist eine Anrissmächtigkeit von 10m und eine Absenktiefe von 20m auf. Der primäre Rutschvorgang ist vermutlich in mehreren Etappen von unten nach oben erfolgt. Es ereignete sich durch die Rutschung eine bis zu 30m mächtige Verklausung des unten am Hang fliessenden Haldibachs. Das Gesamtvolumen der abgerutschten Masse wird auf 250 000 m³ geschätzt. Das Gebiet war bisher nicht als Rutschgebiet bekannt gewesen. Bild: Tiefgründige Rutschung in Oberrickenbach, Kanton NW 30.08.2005

Sämtliche Rutschereignisse im Kanton Nidwalden waren innerhalb von 24 Stunden zu verzeichnen. Innerhalb des Kantons wurde eine zeitliche Staffelung der Rutschungen um einige Stunden beobachtet. Die Rutschungsaktivität schien direkt mit der Niederschlagmenge zu korrelieren und verzeichnete ihr Maximum während oder kurz nach der Niederschlagsspitze. Diese unterirdischen Wasseraubrüche waren während dem Unwetter 2005 ein wichtiger Auslöser von Hangprozessen. Bild: Rutschungen in der unteren Ifängi, Kanton NW 30.08.2005

Die Zentralbahngeleise des Kantons Nidwalden wurden im Ast Engelberg, d.h. zwischen Dallenwil und Engelberg, an mehreren Orten schwer beschädigt. Durch die Ausbrüche und die Seitenerosionen der Engelberger Aa wurde an vielen Stellen die Fahrleitung, das Geleise und der Unterbau der Zentralbahn zerstört. Bild: Zerstörtes Bahngeleise in der Rappenschwändi, Kanton NW 31.08.2005

Die Zivilschutz Kompanie Buochserhorn leistete Einsatz zur Wiederinstandstellung der Zentralbahn im Engelbergertal. Das Schienennetz der Zentralbahn wurde an mehreren Stellen stark beschädigt oder sogar zerstört. Unmittelbar nach dem Hochwasser waren rund 80 % des Schienennetzes ausser Betrieb. Der Bahnhof Wolfenschiessen wurde überflutet und verschlammt. Bild: Wiederinstandstellung der Zentralbahngeleise in Wolfenschiessen, Kanton NW 30.08.2005


Die intensiven Niederschläge verwandelten sowohl die Engelberger Aa als auch Wildbäche in reissende Flüsse, die grosse Mengen an Geschiebe und Holz ins Tal beförderten und stellenweise über die Ufer traten. Viele Bäche verursachten auch in Form von Murgängen grosse Schäden. Dabei sind der Haldi-, Buoholz- und Secklisbach in der Gemeinde Wolfenschiessen hervorzuheben. In der Gemenide Wolfenschiessen wurde unter anderem das Schienennetz der Zentralbahn sehr stark beschädigt oder sogar zerstört.