Grindelwald


Die Stieregghütte am Fuss des Unteren Grindelwaldgletschers liegt auf dessen Moräne auf unsicherem Grund. Einst war die Hütte noch 80 Meter vom Abhang entfernt. Der Gletscher, der die Moräne gestützt hat, ist stark zurückgegangen. So entstanden immer wieder Rutschungen die dem 1650 Meter über Meer liegenden Bergrstaurant den Boden unter den Füssen wegzogen. In der Gewissheit, dass die Stieregghütte früher oder später im Talboden liegen wird, wurde sie abgebrannt. Bild: Stieregg (1), Hansruedi Burgener 2005

Eine Rutschung mit einigen grossen Blöcken endet im See des unteren Grindelwaldgletschers. Bild: Möranenabgang am unteren Grindelwaldgletscher (2), M. & H. Burgener 2009

Durch die Hochwasser im Sommer 2005 gab es in der Schweiz viele Sachschäden. Schäden gab es vor allem durch die Wucht des Wassers und das mitgeschleppte Geschiebe. Dort wo vorher fliessende Wassermassen waren, kamen nach dem Hochwasserrückgang grosse Steine, Schlammreste und Holz zum Vorschein. Bild: Hochwasserschäden in Grindelwald (1), Eva Gertsch GIUB 2005

Der Schwemmkegel ist eine kegel- oder fächerförmige Ablagerung von Feststoffen, die dort entsteht, wo ein Fliessgewässer flacheres Gelände erreicht. Nachdem die Wucht des Wassers nachgelassen hatte und das Hochwasserzurückgegangen war, kamen beschädigte Infrastruktur und grosse Gesteinsablagerungen zum Vorschein. Bild: Hochwasserschäden in Grindelwald (2), Eva Gertsch GIUB 2005

Die Moräne am unteren Grindelwaldgletscher wird durch die vielen Rutschungen immer mehr abgebaut. Wo nun der Gletschersee und die Kegel der Rutschungen zu erkennen sind war einst der Gletscher der die Moräne gestütz hat. Das Grundstück der Stieregghütte ist noch als grauer Feck zu erkennen. Bild: Möranenabgang am unteren Grindelwaldgletscher (1), Andreas Götz PLANAT 2006


Viele Gletscher schmelzen und ziehen sich bedingt durch wärmere Temperaturen zurück. Der rasante Rückzug des unteren Grindelwaldgletschers hatte zur Folge, dass die Hangpartien aus Moränenmaterial oberhalb der ehemaligen Eismassen in einen instabilen Zustand gerieten, da sie an der Basis nicht mehr durch den Gletscher gestützt werden.

 

Die Moränen bewegen sich nun durch unzählige Rutschungen Stück für Stück ins Tal. Die Stieregghütte, welche einst am Fuss des unteren Grindelwaldgletschers auf dessen Seitenmoräne stand, drohte abzugleiten und musste als Folge dieser Hangbewegungen aufgegeben werden.

 

Neben den instabilen Hängen birgt auch der Gletschersee, welcher sich durch die schmelzenden Eismassen stark vergrösserte, Gefahren. Da dieser keinen natürlichen oberirdischen Abfluss hat und von Toteismassen gegen die Gletscherschlucht hin abgedämmt wird, bestand die Möglichkeit von plötzlichen, schwallartigen Entleerungen der Wassermassen in Richtung Tal. Aus diesem Grund wurde das Seebecken mit einem künstlichen Entwässerungsstollen versehen.